Tee-Wissen

Oolong Tee: von Meisterhand gefertigt

Was ist Oolong Tee?

Oolong-Tee ist ein mild oxidierter – halboxidierter – Tee, der auch als Wulong-Tee oder Schwarzer Drachen-Tee bekannt ist. In der Tat ist Oolong nicht nur ein anderer Tee, sondern eine ganze Kategorie von Tees.

Einst eine Teesorte, die nur unter Teekennern bekannt war, haben Oolong-Tees in den letzten zehn Jahren aufgrund ihres breiten Spektrums an reichen und komplexen Aromaprofilen an Beliebtheit gewonnen.  

Oolongs lassen sich am besten genießen, wenn sie in einer gōngfū- oder „Kung-Fu-Tee“-Zeremonie in traditionellen Porzellangefäßen (z. B. Gaiwan-Porzellan) langsam und in mehreren Aufgüssen zubereitet werden.

Dieser Stil betont die Aufmerksamkeit, die für die richtige Zubereitung von Oolong-Tee erforderlich ist. Dies ist einer der Gründe, warum Oolong-Tees zu den am meisten handwerklich hergestellten Teesorten der Welt gehören.

Oolong ist eine der 4 echten Teesorten, die von der Camellia Sinensis-Pflanze abstammen. 

Wie Grüner Tee, Schwarzer Tee, Weißer Tee und einige andere spezialisierte Teesorten besteht auch Oolong aus Sorten und Kultivaren der ursprünglich aus China stammenden Camellia sinensis-Pflanze. Was Oolong-Tee von anderen Teesorten unterscheidet, ist der Grad der Oxidation.

Oolong ist weder schwarzer Tee noch grüner Tee. 

Oolong Tee: Oxidation

Grundsätzlich definiert der Grad der Oxidation die Eigenschaften von grünem, Oolong- und schwarzem Tee.  Durch den Oxidationsprozess wird jedes Blatt von grün und frisch zu braun und reichhaltig. Grüner Tee ist minimal oxidiert, schwarzer Tee hingegen vollständig. 

Oolong Tees sind halb- oder teiloxidiert, im Allgemeinen zwischen acht und 80 Prozent. Ähnlich wie bei schwarzem Tee werden die Teeblätter zunächst erhitzt, um den Oxidationsprozess in Gang zu setzen. Dieser wird allerdings nach kurzer Zeit gestoppt, damit die Blätter nicht vollständig oxidieren.

Jeder Teemeister passt diesen Prozess individuell an. Das Ergebnis ist die für Oolong Tee charakteristische Geschmacksvielfalt.

Leicht oxidierte Oolongs haben den Charakter von grünem Tee mit einem frischen, grasigen Geschmack und einem Hauch von Blumen.

Stark oxidierte Oolongs hingegen nähern sich mit ihrer dunkleren Farbe den schwarzen Tees an. Geschmacklich weisen sie reichhaltigere, blumigen Noten sowie malzige Aromen auf.

Was bedeutet „halb oxidiert“?

Was bedeutet nun „halb oxidiert“?

Am besten können wir uns die Oxidation vorstellen und verstehen, wenn wir an den Bräunungsprozess denken, der eintritt, wenn Äpfel oder Avocados aufgeschnitten und an der Luft belassen werden. 

Im Fall von Tee setzt die Oxidation ein, sobald die gepflückten Teeblätter Sauerstoff ausgesetzt werden. Die chemische Reaktion  führt dazu, dass die Teeblätter dunkler werden und mit der Zeit anfangen, sich zu zersetzen. 

Vereinfacht dargestellt sind also Sauerstoff, Wärme, Licht und Feuchtigkeit die für Oxidation verantwortlichen Faktoren. 

Die verschiedenen Oxidationsstufen im Tee sind für die unterschiedlichen Geschmacks- und Aromastoffe verantwortlich. Diese wiederum machen die verschiedenen Teesorten aus, die wir jeden Tag trinken. 

Je stärker die Teeblätter den Elementen ausgesetzt sind, desto schneller erfolgt ab dem Zeitpunkt der Pflückung die Oxidation.  Um eine völlige Zersetzung zu vermeiden, muss dieser Prozess kontrolliert werden. Der beste Weg besteht darin, die Teeblätter hohen Temperaturen auszusetzen.

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Oolong Tee: Form

Oolong Tee wird traditionell abwechselnd gerollt und geformt, was zu nuancierten Aromen, kontrollierter Oxidation und komplexen Formen der Teeblätter führt. 

Hierbei ist die Tradition, der der jeweilige Teemeister folgt, ausschlaggebend. Seine Handwerkskunst beim Rollen der Blätter  bestimmt die Form des Oolong Tees, aber auch die Farbe und das Aroma der fertigen Teeblätter.

 Je nachdem, wie und wann er die Blätter rollt, kann der Teemeister die Nuancierung des endgültigen Geschmacks subtil verändern.

Übliche Formen für Oolong Tees sind halbkugel- bzw. kugelförmige und gedrehte Teeblätter. Kugelförmige und halbkugelförmige Oolongs können mehrfach aufgegossen werden. Eine der erlesensten Teekannen hierfür ist die Yixing-Gong Fu-Kanne. 

Nach der Oxidation und dem ersten Formen werden die Teeblätter erhitzt, um den Oxidationsprozess zu stoppen. Anschließend werden sie ein letztes Mal sorgfältig geformt. Zusätzlich werden viele Oolongs auch geröstet. 

Die Röstung verleiht ihnen dunklere Aromen und Geschmacksnoten, die an reifes Obst (insbesondere Steinobst), Nüsse, geröstete Bohnen, Karamell, Kaffee oder Schokolade erinnern.

Die vielfältigen Möglichkeiten von Oxidation, Aufguss und Röstung machen Oolong Tee zu einer breit gefächerten Kategorie mit einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen und Aromen. Diese reichen von frisch, rein und grasig bis hin zu schwarz, geröstet, fruchtig und sogar an Espresso erinnernd. 

Bao Zhong – Pou Chong nach der älteren Umschrift – Tee wird aufgrund seiner leichten Oxidation von einigen Teekennern als eine eigene Kategorie, nämlich als grüner Oolong Tee, angesehen.

Oolong Tee: Ursprünge 

Was den genauen Ursprung des Oolong Tees angeht, existieren diverse Theorien und Legenden. Kein Zweifel allerdings besteht daran, dass er chinesischen Ursprungs ist und höchstwahrscheinlich vor mehreren Jahrhunderten entstand. 

In China bedeutet „Oolong“ wörtlich „schwarzer Drache“; manchmal wird er auch als „Wulong“ transkribiert. Letztere Bezeichnung ist auf eine bestimmte Theorie über den Ursprung dieses einzigartigen Tees zurückzuführen.

Der Legende nach wurde ein Bauer namens Wu Liang beim Pflücken der Teeblätter abgelenkt und vergaß, sie zu trocknen, während er ein Reh im Fluss jagte. Als er sich einen Tag später daran erinnerte, stellte er fest, dass sich die Farbe der Blätter verändert hatte. Auch schmeckte der Tee nach dem Kochen weicher und aromatischer, denn er war über Nacht teilweise oxidiert.

Mit der Zeit wurde dieser nach ihm benannte Wu-Liang-Tee als Wu-Long-Tee bezeichnet, und der Oolong Tee war geboren.

Oolong Tee: Herkunft 

Heute wird die überwiegende Mehrheit der Oolong Tees in den chinesischen Regionen der Wuji-Berge sowie in Anxi County in Fujian produziert,  in kleinerem Umfang auch in der Region Guangdong . 

Das berühmteste Anbaugebiet ist die hohe, felsige Region des Wuji-Gebirges. Einige der berühmtesten und teuersten Oolong Teesorten stammen von dort, darunter der Da Hong Pao Oolong.  Dieser Tee ist einer der erlesensten – und somit teuersten – der Welt (dazu später mehr).

In dieser Region wird hauptsächlich mit biologischen Anbaumethoden gearbeitet, so dass die meisten Tees Bio-Zertifikate vorweisen können.  Ein weiteres produktives, wenngleich weniger bekanntes Oolong-Anbaugebiet ist die Region Anxi. 

Einige der hochwertigsten und bekanntesten Arten weniger oxidierter,hellgrüner und leicht süßlicher Oolong Tees schließlich stammen aus den hochgelegenen Regionen der Insel Taiwan.

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Oolong Tees: Beliebtheit

Chinesische Oolong Tees

Phoenix-Tee (Dan Chong) 

Phoenix Oolong ist eine Spezialität aus der chinesischen Provinz Guangdong und einer der meistverkauften Tees der Welt. Sein chinesischer Name bedeutet „einzelner Busch“. 

Was den Dan Chong in Bezug auf Geschmack und Eigenschaften so einzigartig macht, ist eben diese Tatsache: die verwendeten Blätter werden von einem einzigen Busch der Teepflanze geerntet. Da jeder Busch ein anderes Aroma hat, schmeckt auch jeder Teeaufguss anders. 

Heute wird die Bezeichnung Phoenix-Tee für sämtliche Oolong Tees verwendet, die aus der Provinz Guangdong stammen und dort hergestellt werden, nicht nur für solche, die von einem einzigen Strauch stammen.

Das Hauptmerkmal des Phoenix-Oolong Tees ist sein reichhaltiger und doch milder und erfrischender, vollmundiger Geschmack. Einige Phoenix-Oolongs haben einen blumigen Geschmack, der manchmal an Orangenblüten oder Mango sowie an Orchideen erinnert. Andere entwickeln einen fruchtigen oder würzigen Geschmack, mit Noten von Ingwer und Grapefruit. Die getrockneten Blätter sind zunächst kraus; während der Ziehzeit entfalten sie sich allmählich .

Iron Goddess of Mercy (Tie Guan Yin)

Diese Art von Oolong Tee ist wohl der berühmteste chinesische Tee.

Der Tee „Eiserne Göttin der Barmherzigkeit“ wird normalerweise in den Hochgebirgsregionen der südlichen Provinz Fujian angebaut und in der Region Anxi geerntet.

Dieser chinesische Oolong Tee war ursprünglich leicht oxidiert und nur sehr leicht geröstet. In jüngster Zeit hat er eine neue Heimat gefunden, nämlich Taiwan. Langsames Wachstum, Handpflückung und wiederholtes Rösten ergeben einen Tee von höchster Qualität.

Um den Tee der Eisernen Göttin ranken sich viele Legenden und Sagen. 

Eine der interessantesten besagt, dass buddhistische Mönche in alter Zeit Affen abrichteten, um die Blätter der Teepflanze an schwer zugänglichen hohen Felswänden zu ernten.  Daher käme der Beiname „von Affen gepflückt“ (monkey picked).

Diese einzigartige Sorte galt als einer der der hochwertigsten und wurden ausschließlich für den Kaiser und die höchsten Mitglieder der chinesischen Gesellschaft verwendet.

Heute wird Iron Goddess of Mercy-Tee aus dem Hochgebirge in Massenproduktion hergestellt und ist in den meisten Teeläden sowie in Online-Shops erhältlich.

 Geschmacklich handelt es sich bei dem Tee „Eiserne Göttin der Barmherzigkeit“ um einen leichten, erfrischenden und samtigen Tee mit goldfarbenem, blumigem Aroma und einem Hauch von Honig. Sein angenehmer Duft wird oft mit dem der Orchidee verglichen.

Wuyi Oolong Tea (Da Hong Pao)

Am anderen Ende des Oolong-Spektrums findet sich der Big Red Robe-Tea oder Tee des großen roten Gewandes (Da Hong Pao). 

Stark oxidiert und von dunkler Farbe wird er in China wegen seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften sehr verehrt. 

Die Legende des Gelehrten Ju Zi Dang aus der Ming-Dynastie besagt, dass er sich auf dem Weg zu einem kaiserlichen Examen krank fühlte und seine Reise nicht fortsetzen konnte. Nur mit Hilfe eines speziellen Tees, den ihm ein vorbeigehender Mönch servierte, konnte er schließlich weiterreisen und sein Examen doch noch ablegen.

Einer zweiten Legende nach rettet dieser Oolong Tee der Mutter eines Kaisers der Ming-Dynastie das Leben.

Eines Tages stellte der Gelehrte am Hof fest, dass die Mutter des Kaisers sehr krank, und ihr Zustand kritisch war. Nachdem mehr als hundert Ärzte erfolglos versucht hatten, sie zu heilen, enthüllte der Gelehrte seinen Krug mit Oolong Tee.  Nachdem die Mutter des Kaisers den Tee getrunken hatte, begann sie sich besser zu fühlen, und ihr Gesundheitszustand normalisierte sich allmählich.

Im Vergleich zu anderen Oolong-Sorten hat Da Hong Pao hat  einen ganz besonderen Geschmack. Seine scharfen, erdigen und mineralischen Nuancen spiegeln die Region wider, in der er angebaut wird. Trotzdem hat er ein süßes Aroma mit einem Hauch von Karamell sowie Noten von Sandelholz. Dieser holzig duftende Tee mit seinem milden Rauchgeschmack, ist einzigartig unter den Oolong Tees und ähnelt dem schwarzen Tee Formosa Gunpowder. 

Seine Blätter werden in dicke Streifen geschnitten und glänzen sanft. Dieser geröstete Oolong Tee ist typischerweise von leuchtend orange-gelber Farbe.

Da Hong Pao gilt als einer der teuersten Tees der Welt, wenn nicht sogar als der teuerste aller Tees.

Wie BBC Travel in dem 2016 veröffentlichten Artikel „The Drink That Costs More Than Gold“ berichtet, kostet authentischer Da Hong Pao nicht nur sein Gewicht in Gold sondern mehr als das 30-fache.

So beläuft sich der Preis auf fast 1.400 Dollar für ein einziges Gramm, weit über 10.000 Dollar für eine Kanne.  Das macht ihn zu einem der teuersten Tees der Welt.

Natürlich handelt es sich hierbei um den authentischen, qualitativ exzellenten  Da Hong Pao-Tee.  Seine sehr seltenen, schwer zu findenden Teeblätter werden von den ältesten, ursprünglichen Teesträuchern geerntet, deren Alter auf über 1.000 Jahre geschätzt wird. 

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Oolong Tee

Taiwanesischer Oolong: die feinsten Oolongs

Taiwans berühmteste Oolongs sind in der Regel grüner in der Farbe und heller im Geschmack als chinesische, da sie traditionell weniger oxidiert sind (10-40 %).

In Taiwan werden so viele Oolong-Sorten hergestellt wie in Frankreich Weine. Manche werden zu kleinen, festen Kugeln gerollt, während andere zu langen Blattsträngen gedreht werden. 

Sie wachsen und gedeihen unter sehr unterschiedlichen Boden- und Wetterbedingungen. Einige wachsen auf abgelegenen, nebelverhangenen Bergen, während andere in den gemäßigten Ausläufern der Bambushaine gedeihen. 

Obwohl sie das ganze Jahr über erhältlich sind, sind Oolongs saisonale Tees, die zu verschiedenen Zeiten des Jahres geerntet werden. Diese Vielfalt prägt den Geschmack, die Farben und das Aroma. Frühlings-Oolong Tees haben zum Beispiel einen blumigen, krautigen Geschmack, während Winter-Oolongs im Winter geerntet und geröstet werden, was ihnen eine warme, holzige Note verleiht.

Taiwanesische Oolong Tees

Gao Shan Tee: Hochgebirgs-Oolong Tee

Alishan, Wu She und Yu Shan sind einige der bekanntesten Oolong Teesorten aus dem Hochgebirge. Sie werden in der Regel in Höhenlagen von über 1.000 Metern angebaut.

Im Gegensatz dazu wird High-Mountain Oolong in den höchsten Lagen Taiwans angebaut. 

Diese Sorten wachsen im Vergleich zu anderen Oolongs deutlich langsamer.  Sie werden in Höhenlagen zwischen 700 und 2.800 Metern angebaut, wobei die durchschnittliche Anbauhöhe bei etwa 1.600 Metern liegt.  

Langsames Wachstum: Höhere Qualität, reiche Aromen und Bio-Zertifizierung

Die Höhenlage ist sowohl der Grund für das langsamere Wachstum als auch das Geheimnis der hohen Qualität dieses Hochlandtees.

Der Teeanbau in höheren Lagen ist in vielerlei Hinsicht komplexer: Die verfügbare Anbaufläche ist kleiner, die Temperaturen sind kälter und die Ernteerträge geringer. Es herrschen also andere Umweltbedingungen. Ferner ist anzumerken, dass sich gedüngte Pflanzen in diesen Höhenlagen nicht entwickeln.

Mit anderen Worten wirkt sich der Teeanbau in höheren Lagen auf fast alle Aspekte des Teeanbaus aus, vom Geschmacksprofil bis zur Schädlingsbekämpfung. 

Langsameres Wachstum wiederum bedeutet bessere Aromen, weniger Bitterkeit und eine cremige Textur im Abgang.

Aufgrund ihres Produktionszeitraums sind High-Mountain Oolongs typischerweise saisonale Tees, das heißt, sie sind an bestimmte Jahreszeiten gebunden. 

zweimal im Jahr werden sie von Hand gepflückt. 

  • Winter-Gao Shan: Die Gaoshan-Blätter werden im Oktober gepflückt und sind als Winter-Gaoshan bekannt.
  • Frühlings-Gao Shan: Die im Juni, geernteten Blätter werden als Frühlings-Gaoshan bezeichnet.

Gao Shan: Verarbeitungsprozess

Die Blätter werden ausgebreitet und zum Trocknen auf eine große Plane gelegt, bevor sie oxidiert werden. Sobald sie getrocknet sind, entwickeln sie Aromen von Rose, Jasmin und Geranie.

Wenn der Gao Shan-Tee sein Aroma entwickelt hat, werden die Blätter gefaltet und acht Stunden lang getrocknet, bevor Teemeister die Blätter braten und leicht oxidieren. Anschließend werden sie sortiert und für den Verkauf verpackt. 

Gao Shan-Tee entwickelt einen kräftigen,cremig-süßen Geschmack mit Noten von Blumen oder Kiefer. Dieser Tee wird oft als leicht buttrig und weich beschrieben.

Milky Oolong Tea (Jin Xuan Tea)

Der Jin Xuan-Tee, der auch als Golden Daylily Tea oder Nai Xiang Tea bekannt ist, erhält seinen Namen von seinem cremigen, leichten und blumigen Geschmack.

Wie der Gao Shan-Tee wird auch der Milky Oolong in höheren Lagen angebaut. Ähnlich wie sein Pendant aus dem Hochgebirge entwickelt dieser Tee einen buttrigen, cremigen Geschmack mit einem sanften Abgang – ein gemeinsames Merkmal von Tees aus höheren Lagen.

Der milchige Name könnte die Vorstellung nahelegen, dass der Geschmack des Jin Xuan-Tees durch einen Milchaufguss während der Herstellung entsteht. Der milchige Geschmack und das Aroma sind jedoch ein natürliches Ergebnis des Oxidationsprozesses und dessen Dauer .

Auf dem Markt sind einige künstlich aromatisierte Milky Oolongs erhältlich; im Allgemeinen sind sie auch als solche gekennzeichnet.

Oolong Tee: Herstellung

Schritt 1: Ernte

In Taiwan werden die für die Herstellung von Oolong Tee verwendeten Teeblätter in der Regel drei- bis viermal im Jahr geerntet. In niedrigeren Lagen kann das ganze Jahr über geerntet werden, insgesamt bis zu sechs Mal. 

  • Die Frühjahrsernte ist in der Regel die mengen- und qualitätsmäßig beste.
  • Die Winterernte ist eher gering, kann aber ebenfalls von guter Qualität sein. 
  • Auch die Herbsternte kann hochwertige Produkte hervorbringen. 
  • schließlich wird der Sommertee entweder zu einer schwarzen Teesorte verarbeitet oder überhaupt nicht geerntet, um den Teesträuchern Zeit zur Erholung und Regeneration zu geben.

Schritt 2:   Welken

Die zerbrechlichen, frisch gepflückten Teeblätter werden zunächst geschwenkt oder geschüttelt und gequetscht. Mit diesem Schritt beginnt der Oxidationsprozess, der den Oolong Teeblättern ihren endgültigen Geschmack verleiht. 

Anschließend werden die Blätter zum Trocknen mehrere Stunden lang in der Sonne ausgebreitet, damit sie welken und einen Teil ihrer Feuchtigkeit abgeben. Das Welken macht die Teeblätter weich, elastisch und geschmeidig, damit sie beim anschließenden Rollen und Formen des Oolong Tees nicht zerbrechen.

Schritt 3:  Kühlung

Vor der weiteren Verarbeitung brauchen die Teeblätter Zeit, um zu ruhen und abzukühlen.  Dadurch beginnen sie langsam zu schrumpfen und werden flacher. Sobald sie beginnen, ihre Form zu verändern, können sie gerollt werden.

Schritt 4: Erstes Rollen

Der Rollvorgang trägt dazu bei, dass die Teeblätter ihr einzigartiges Aussehen und Geschmacksprofil erhalten. 

Wenn die gewelkten Blätter leicht gerollt sind, werden sie erneut gequetscht. Hierdurch werden die Zellwände aufgebrochen und Enzyme sowie aromatische Blattsäfte freigesetzt. Diese wiederum verändern den Geschmack der Blätter. 

Durch das Rollen werden auch die chemischen Bestandteile der Teeblätter während des Oxidationsprozesses Sauerstoff und Sporen ausgesetzt. Auch ihre Form wird so definiert.

Schritt 5: Oxidation

Die Oxidation ist eine chemische Reaktion. Sie verändert den Geschmack der Teeblätter und verleiht dem verarbeiteten Tee sein endgültiges Aussehen und seine Farbe. Die Dauer der Oxidation , d. h. die Zeit, die die Teeblätter dem Sauerstoff ausgesetzt sind, bestimmt das Endprodukt maßgeblich mit.

Schritt 6: Rösten

Sobald die Teeblätter den gewünschten Oxidationsgrad erreicht haben, wird Wärme zugeführt, um den Oxidationsprozess zu stoppen und die Blätter zu trocknen. Das Rösten und die damit einhergehende Hitze verleihen dem fertigen Oolong Tee wichtige Geschmacksmerkmale.

Schritt 7: Endgültiges Rollen

Die Form eines jeden Oolongblattes ist ein entscheidendes Merkmal.  Dieser Schritt des Prozesses konzentriert sich darauf, dem Tee seinen Geschmack und sein endgültiges Aussehen zu verleihen. Die gerösteten und getrockneten Teeblätter werden zum letzten Mal gerollt.

Schritt 8: Trocknen

Die Teeblätter werden zum vollständigen Trocknen ausgelegt.

Schritt 9: Sortieren

Sobald die Teeblätter vollständig getrocknet sind, werden sie visuell nach Größe und Farbe in verschiedene Gruppen sortiert, um verschiedene Partien ähnlicher Tees zu erhalten. 

Je nach der Menge an ganzen Blättern, gebrochenen Blättern oder ungeöffneten Teeknospen in der Charge wird jede Teepartie mit einem anderen Industriegrad versehen.

Die sehr minderwertigen Blätter werden entfernt und der Rest wird entsprechend seiner Güteklasse verpackt.

Oolong: Aroma

Das Geschmacksprofil von Oolong Tee hängt von mehreren Faktoren ab, darunter der Herkunftsort, das Terroir und die Verarbeitungstechnik des Teemeisters, welche den Oxidationsgrad des Tees bestimmt.

Häufig wird die Einstufung und Klassifizierung von Oolong Tee mit der von Weinen verglichen. Zur besseren EInstufung und Bewertung der einzelnen Sorten existieren spezielle Tests.

Es folgt ein Beispiel für ein Spinnendiagramm, welches bei dieser Art von Test gern verwendet wird

Oolong Tee Aroma - Oolong Tee - Bio Teemischungen & Kräutertees - Graefenhof Tea Bio Tee Hersteller

In diesem Beispiel für einen sensorischen Test weisen sowohl der Yunnan- als auch der Fujian-Oolong Tee ein süßes, blumenartiges Aroma und einen fruchtigen Geschmack auf; der Yunnan-Tee ist hierbei etwas bitterer und weniger süß.

Oolong Tees werden hauptsächlich in helle und dunkle Tees eingeteilt, da die Oxidation den Geschmack bestimmt. Leicht oxidierte Tees sind erfrischend, leicht und blumig, ähnlich wie grüner Tee, während stark oxidierte Oolongs eher wie schwarzer Tee schmecken, mit vollem Körper, intensiven Holz-, Karamell- und Schokoladennoten.

Oolong Tee: Koffeingehalt 

Der Koffeingehalt eines aus einer koffeinhaltigen Pflanze hergestellten Tees hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der Art der Pflanze, ihrer Verarbeitung und der Herstellung des eigentlichen Getränks. Der Koffeingehalt eines Oolong Tees liegt im Allgemeinen zwischen dem eines schwarzen und eines grünen Tees. 

Der Koffeingehalt eines leicht oxidierten Oolong Tees kann niedriger sein (ähnlich wie bei grünem Tee), während ein stark oxidierter Oolong Tee einen höheren Koffeingehalt aufweisen kann (ähnlich wie schwarzer Tee). Darüber hinaus wird er von den oben genannten Kriterien mitbestimmt. 

Sollten Sie sich Gedanken über den Koffeingehalt machen, erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Teelieferanten.

 Oolong Tee: Kauf und Lagerung

Die hochwertigsten und haltbarsten Oolong Tees stammen von zuverlässigen Anbietern in China, Taiwan und Thailand. Wie so oft bei Spezialitäten ist der beste Weg, die Herkunft und die Qualität des Produkts sicherzustellen, der Einkauf bei qualifizierten Fachleuten.

Diese führen Aufzeichnungen und Informationen über die Tees, die sie importieren und einkaufen. Sie kennen somit spezifische Informationen wie Oxidation, Terroir und andere Faktoren, die die Haltbarkeit des Tees beeinflussen können.

Generell gilt, dass stärker oxidierte Oolong Tees länger haltbar sind als weniger oxidierte, da sie stabiler sind und längere Lagerzeiten vertragen.  Die Tees werden normalerweise nicht schlecht, es sei denn, sie werden unter sehr feuchten und heißen Bedingungen gelagert.  Um Geschmacksveränderungen zu vermeiden, sollten Sie Tee nicht mit anderen Gewürzen oder Kaffee mischen.

Tees sind zwischen sechs Monaten und zwei Jahren – manchmal länger – haltbar, vor allem stark fermentierte Sorten.

Wir führen eine Auswahl an feinen Oolong Tees in Bio-Qualität. Bitte besuchen Sie unseren Shop,  um unsere Auswahl zu entdecken und weitere Informationen einzuholen.

 Oolong Tee: Tipps zur Zubereitung

Da sich Oolong Tees in Bezug auf ihren Oxidationsgrad und ihre Verarbeitungstechniken erheblich unterscheiden, können sie auch unterschiedliche Brühtemperaturen und Ziehzeiten haben.

Die besten Anweisungen für die Zubereitung der von Ihnen gekaufte Oolong-Sorte erfahren Sie von Ihrem Teelieferanten; unabhängig davon existieren einige allgemeingültige Tipps für die optimale Zubereitung:

  • Wasser ist wichtig, besonders, wenn es um Tee geht. Verwenden Sie am besten frisches, kaltes und eventuell gefiltertes Wasser. Natürliches Mineralwasser ist ideal.
  • Da die einzelnen Oolong Tees sehr unterschiedlich sind, können auch die ideale  Wassertemperatur und die Ziehzeit variieren. In den meisten Fällen lässt man Oolongs bei 80 bis 90 Grad Celsius für 60 Sekunden bis hin zu drei Minuten ziehen.
  • Wenn Sie keinen Wasserkocher mit Temperaturregelung haben, können Sie die Temperatur auch mit einem Küchenthermometer bestimmen. Eine traditionelle Technik aus Japan besteht darin, das Wasser zu kochen und es je nach Außentemperatur drei bis fünf Minuten abkühlen zu lassen (yuzamashi). 
  • Oolong Tees sind dazu bestimmt, mehrmals aufgegossen zu werden. Bei jedem Ziehen entrollen sich die Blätter etwas mehr, wodurch sich weitere Schichten des Geschmacksprofils entfalten, das der Teemeister, im Sinn hatte. Ein hochwertiger Oolong Tee kann zwischen drei- und fünfmal aufgegossen werden.
  • Vermeiden Sie es, Ihren Oolong Tee zu lange ziehen zu lassen. Viele Oolongs sind so konzipiert, dass sie nach ein paar kurzen Aufgüssen einen intensiveren Geschmack entwickeln. Probieren Sie den Tee nach der angegebenen Ziehzeit und entscheiden dann, ob Sie ihn eventuell noch ein wenig länger ziehen lassen möchten.
  • Wenn Ihr Oolong Tee mit spezifischen Empfehlungen zur Zubereitung geliefert wird, so halten Sie sich am besten an diese. Andernfalls verwenden Sie etwa zwei Gramm losen Blatttee auf 250 ml Wasser.
  • Decken Sie Ihren Oolong Tee während der Ziehzeit ab, damit die gesamte Wärme in der Kanne verbleibt.
  • Teemeister verwenden viel Zeit darauf, die Kunst des Oolong Tees zu beherrschen. Versuchen Sie daher ihn pur zu genießen, ohne Zusätze wie Milch oder Zucker. Auf diese Weise kommt sein authentischer Geschmack am besten zur Geltung.

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